Früher war das einfach: Es gab Schwarz und Rot und ein wenig Gelb. Letzteres schwankte je nach Stärke der beiden anderen mal nach rechts und mal nach links.
Jeder wusste, dass Wahlversprechen nach der Wahl durch den jeweiligen Koalitionspartner verwässert wurden. Dies war leider klar, man glaubte ihnen jedoch immer wieder kurz vor der Wahl, dass nach der Wahl gehalten wird, was gerade noch vollmundig versprochen wurde.
Und heute? Heute glaubt niemand mehr wirklich an das, was da so vollmundig versprochen wird und das Farbenspiel ist erheblich bunter geworden.
Da gibt es neben den bekannten Parteien CDU/CSU (schwarz), SPD (rot) und FDP (gelb) nun die Grüne, Die Linken (noch roter als Rot) und die Bürger-/Freien Wählergemeinschaften (Lila). Koalitionen bilden wird da nicht einfacher, da jede Partei nun ein paar Stimmen der 'alten' übernommen hat.
2005 reichte es nicht für die FDP, um sich an eine der beiden großen Volksparteien CDU/CSU oder SPD anzuhängen. Daher gab es eine Weichspülkoalition - offiziell 'Große' Koalition genannt. Man hat sich gehörig angezickt und doch irgentwie lieb gewonnen. So lieb jedenfalls, dass es 2009 keinen wirklichen Wahlkampf mehr gab.
Jetzt hat es die FDP endlich wieder geschafft: Die CDU/CSU hat genug Stimmen erhalten, um nicht wieder die SPD als Partner nehmen zu müssen.
Aber was kommt jetzt? Beide Parteien, CDU/CSU und FDP haben Steuersenkungen versprochen. Aber, ach herje, jetzt sieht die CDU/CSU auf einmal ein, dass das Geld dafür nicht ausreicht. Hallo? Hatte man vor der Wahl denn nicht mitregiert? Kannte man die Zahlen des SPD-geführten Finanzministeriums nicht?
Mittlerweile rudert man gemeinsam zurück und stellt nur noch wage eine handvoll Erleichterungen in Aussicht.
Das hätte der Wähler auch vorhersehen können, oder? Also doch wieder: Alles wie früher. Schade.
